English Paper Piecing – mein aktuelles Projekt mit Tutorial

Hallo ihr lieben Menschen da draußen,

nach einer längeren Zwangpause bin ich nun wieder, mit meinem neuen Blogbeitrag, zurück.
Es freut mich das ihr hier seid.

Wer in der Patchwork und Quilting Szene ein bisschen unterwegs ist, stolpert früher oder später über die Bezeichnungen English Paper Piecing, EPP, Lieseln oder „Nähen über Papier“. (Wichtig ist „über Papier“ und nicht „auf Papier“- Denn das ist das Foundation Paper Piecing und etwas anderes.)
Sie meinen alle das Gleiche. Papier- bzw. Pappschablonen werden mit kleinen Stoffstückchen bezogen und diese werden dann per Hand aneinandergenäht.

In diesem Tutorial nehme ich euch mit in meine kleine Paper Piecing Welt und zeige euch meinen Weg, aus Stoff und Papier etwas großartiges entstehen zu lassen.
Für mich stehen hier der Spaß und die Entspannung im Vordergrund. Nicht umsonst wird auch häufig im Zusammenhang mit dieser Nähtechnik von „slow stitching“ (engl. für langsames nähen) gesprochen.
Sich hinzusetzen, das Nähzeug hervor zu nehmen und ein paar Stückchen aneinander zu nähen, hat etwas Meditatives für mich. Fast wie häkeln, nur ohne zählen.

Das Projekt

Derzeit (naja schon etwas länger…naja schon 2 Jahre) arbeite ich an einem Projekt mit Hexagonen. Die Inspiration stammt aus dem Buch „Easy Patchwork – Quilten mit der englischen Papiertechnik“ von Jessica Alexandrakis. Mit ihrer Zustimmung, zeige ich euch das Buch und die Seite, nach der ich mein Projekt umsetze.
In dem Buch sind noch viele weitere wunderschöne Anleitungen aus verschiedenen Formen, wie zum Beispiel Rauten, Quadraten oder Dreiecken.
Natürlich könnt ihr euch auch überall anders Projekte suchen. Es gibt viele schöne Anleitungen im Netz und bald auch hier.
Jaha, das war ein Teaser auf das, woran ich gerade arbeite 😉

 

Der Zuschnitt

Damals habe ich einfach angefangen, die Hexies aus der De La Luna Kollektion von Tula Pink in Dreier- und Viererreihen aneinanderzunähen.  Dann habe ich die einfarbigen Teile (Kona Cotton Charcoal) angesetzt. Natürlich könnte ich auch klassische Blumen nähen, wie es in der Anleitung vorgesehen ist.  Aber wieso sollte ich es mir so leicht machen? Oder eine Anleitung erstmal richtig lesen, bevor ich mich in die Arbeit stürze?

Natürlich müssen die Stoffe im ersten Schritt in kleine handliche Stückchen gebracht werden. Die De La Luna Hexies habe ich als fertiges und zugeschnittenes Set gekauft. Die einfarbigen schneide ich folgendermaßen:

Zuerst schneide ich 2,5“ Streifen. Darauf setze ich meine Acrylschablone an und schneide die Hexagone mit dem Rollschneider aus. Ihr könnt hier natürlich gleich mehrere Lagen übereinander legen und so Zeit sparen. Voraussetzung ist natürlich eine entsprechend scharfe Klinge* im Rollschneider.

*Sidenote: Stellt euch vor, die Dinger können und vorallem sollten regelmäßig gewechselt werden. Mit regelmäßig meine ich mindestens einmal im Monat. Personen, die sehr viel (z.B. beruflich) nähen, wechseln sie sogar wöchentlich.

Eine weitere Möglichkeit ist, 2,5“ Quadrate zu schneiden und diese ohne weiteren Zuschnitt zu verarbeiten. Beides habe ich getestet und mir sind die sechseckigen Stücke lieber.

Das Heften

Dann kommt das Heften der Stoffe auf die Papier- oder Pappschablonen. Auch hier gibt es verschiedene Möglichkeiten. Die erste wäre, die Stoffe mit Nadel und Heftgarn auf die Schablone zu nähen. Das habe ich eine zeitlang gemacht aber mittlerweile abgewählt.
Die zweite Variante ist, den Stoff aufzukleben. Dafür verwende ich den Klebestift der Marke Sew Line. Er ist wasserlöslich und hinterlässt somit keine Flecken auf dem Stoff und wenn doch, werden diese bei der ersten Wäsche restlos entfernt. Einfach einen dünnen Strich Kleber auf die Schablone auftragen und den Stoff andrücken. Achtet darauf, dass der Stoff schön eng um die Kante herum anliegt. Am Besten klebt ihr zuerst die gegenüberliegenden Seiten und dann den Rest an.

Wenn ihr Stoffe mit Motiv nutzen und einen bestimmten Teil davon hervorheben möchtet (fussy cutting), dann müsst ihr genau schauen, wie ihr den Stoff auf der Schablone platziert. Dafür sind durchsichtige Acrylschablonen unerlässlich. Es gibt ebenfalls Varianten aus Holz oder Metall, die eine Art Rahmen darstellen. Das „Loch“ in der Mitte entspricht genau dem Hexagon, wie es am Ende vernäht aussieht.

Das Nähen

Sobald ihr mindestens zwei Hexagone bezogen habt, könnt ihr anfangen zu nähen. Nach vielem Testen und Probieren, bin ich beim sogenannten Überwendlingstich oder Whipstitch hängen geblieben, weil mir das Handling einfach am Besten liegt. Bei anderen Stichen habe ich häufig verkrampft oder alles ist verrutscht.

Für die Fotos habe ich weißes Garn verwendet, damit ihr es besser erkennen könnt. Normalerweise nutze ich hier schwarzes Garn, dann sieht man die Fäden nach dem Nähen kaum noch.
Ihr legt zwei Hexies rechts auf rechts aneinander und beginnt an einer Ecke zu nähen.
Achtet beim Durchstechen darauf, dass ihr nur den Stoff erwischt und nicht die Schablone. So wird alles gleichmäßiger, ihr könnt die Pappe leichter entfernen und wieder verwenden.
Näht bis zur anderen Ecke, klappt die beiden Hexies auseinander und legt das nächste Teil wieder rechts auf rechts an. An einer Gabelung nähe ich mit zwei Stichen über Kreuz, damit ich alle drei Stücken erwische und miteinander verbinde. Dann geht´s weiter mit nähen bis zur nächsten Ecke. Immer schön eng an der Papierkante entlang. Wenn ihr an einer Ecke der Außennaht ankommt, könnt ihr mit ein paar großen Stichen in der Nahtzugabe wieder zur Mitte zurück nähen, um von dort aus weiterzu machen, ohne ständig den Faden abzuschneiden. (Das habe ich erst nach fast zwei Jahren gelernt und es ist ein Game Changer in Sachen Zeit- und Materialmanagement.)

Nach diesem Prinzip macht ihr einfach weiter bis eure gewünschte Form erreicht ist. Ihr müsst keine Blöcke im klassischen Sinne nähen. Es gibt Quilter*innen, die einfach die Hexies so aneinander nähen wie sie kommen. Ohne eine vorgegebene Form. Das macht bei einem Scrappy Quilt Sinn. In meinem Fall war es mir jedoch lieber, die einzelnen Blöcke zu erstellen und mir erst später Gedanken um die Anordnung zu machen.

Das Papier muss natürlich auch irgendwann wieder heraus. Nur wann? 

Da gibt es, wie bei allen Schritten, verschiedene Möglichkeiten. Entweder ihr lasst das Papier drin, bis das Projekt soweit fortgeschritten ist, dass ihr den EPP Teil weiter verarbeiten wollt und entfernt quasi erst am Ende ALLE Schablonen.
Oder ihr popelt die Teile raus, sobald ein Teil komplett mit anderen Teilen umschlossen ist. Die zweite Variante hat den Vorteil, dass ihr dann gleich wieder Schablonen zur Verfügung habt und sich die benötigte Anzahl dadurch etwas verringert.

Mittlerweile habe ich alle Blöcke fertig. Zur besseren Übersicht, habe ich sie auf dem Boden ausgelegt und geschaut, wie alles wirkt. Was soll ich sagen, ich war nicht so zufrieden. Aber daraus ist eine Idee entstanden, wie ich gerne weiter machen möchte. Dazu gehört aber das Rückseitenstoff Panel aus der De La Luna Kollektion…und damit habe ich mir ein neues Problem kreiiert. Denn das kann ich nirgends finden. Außer direkt im Shop der Designerin für sehr sehr viel Geld, weil es dann extra gedruckt wird.
Für sachdienliche Hinweise bin ich also äußerst Aufnahmebereit.

 

Hoffentlich konnte ich euch inspirieren die Technik des English Paper Piecing selbst einmal auszuprobieren und tiefer in das Thema einzutauchen.
Natürlich freue ich mich eure Werke zu sehen. Also lasst mich wissen, wenn ihr sie irgendwo zeigt, damit ich sie bestaunen kann.
Wenn ihr es auf Instagram postet, dann taggt mich doch einfach und ich verlinke eure Werke in meiner Story.

Kreative Grüße,

Katrin

Katrin

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